Hausgeburten – Part II
Ihr Entschluss steht fest: Ihr Baby soll per Hausgeburt zur Welt kommen! Doch was passiert jetzt? Welche Schritte müssen unternommen werden, damit die Geburt möglichst reibungslos abläuft?
Erster Schritt: Eine Hausgeburtshebamme suchen
Am Wichtigsten ist es, dass Sie sich so schnell wie möglich nach einer geeigneten Hausgeburtshebamme umsehen. Nicht jede Hebamme bietet Hausgeburten an, daher ist die Auswahl eingeschränkt. Wenn Sie mit mehreren Hebammen telefoniert habe, wird Ihnen Ihr Bauch wahrscheinlich schon ein Zeichen geben, bei wem Sie sich wohl fühlen könnten. Lernen Sie diese Frauen kennen und entscheiden Sie sich erst dann. Vertrauen Sie bei der Wahl Ihrem Gefühl! Die Hebamme wird Sie in einer der wichtigsten Phasen Ihres Lebens begleiten. Da Sie bei der Hausgeburt den Luxus haben, frei diese Person wählen zu können, sollten Sie diese Chance nutzen. bFragen Sie auch, wie die Hebamme im Falle einer Komplikation reagieren würde. Würde sie die Geburt auch weiterhin betreuen, wenn Sie aufgrund von Komplikationen in eine Klinik verlegt werden müssten? Wenn Sie sich bei ihr sicher fühlen, haben Sie während der Geburt weniger Stress.
Halten Sie während der Schwangerschaft regelmäßig Kontakt zur auserwählten Hebamme. Sie wird Ihnen mitteilen, wie oft sie Sie sehen will – halten Sie diese Termine unbedingt ein. Je besser die Geburtsbegleiterin Sie kennen lernt, desto besser kann sie während der Geburt reagieren. Auch Ihr Partner kann auf diesen Terminen aufkommende Fragen klären und die Person kennen lernen, die intime Momente mit ihnen verbringen wird.
Der Gynäkologe und Hausgeburten
Unterstützt Ihr Gynäkologe Ihren Plan? Häufig rät er von einem solchen Vorhaben ab, obwohl es keine Gründe gibt, bei einer komplikationslosen Geburt im Krankenhaus entbinden zu müssen. Oft sind Ärzte aber in Diagnostik und Behandlung so sehr auf Medikamente und Apparate eingeschossen, dass sie einen natürlichen Weg, der die Instinkte der Mutter beachtet, nicht gehen können. Suchen Sie sich in diesem Fall einen Gynäkologen, der Hausgeburten unterstützt.
Wenn Ihr Partner Bedenken äußert, können diese im Gespräch mit der Hebamme oder des Gynäkologen zustreut werden.
Vor der Entbindung
Rückt der Entbindungstermin in greifbare Nähe, sollten einige Dinge erledigt sein:
- Falls es zu Komplikationen kommen sollte, ist es hilfreich, dass Sie im Krankenhaus angemeldet sind und Ihre persönlichen Daten vorliegen.
- Ist Ihre Blutgruppe rh-negativ, besorgen Sie sich bei Ihrem Arzt ein Rezept zur Anti-D-Prophylaxe. Außerdem muss bei Ihrem Kind die Blutgruppe bestimmt werden.
- Getränke und Lebensmittel für die ersten Tage nach der Geburt sollten vorrätig sein.
- Haben Sie Kinder, sollte für die Zeit der Geburt ein Erwachsener im Haus sein, der sich ausschließlich um die Kinder kümmert. Sie und Ihr Partner haben dazu im Zweifelsfall keine Zeit.
- Klären Sie Ihre Kinder auf, dass Sie von Zeit zu Zeit schreien oder stöhnen werden – es Ihnen dabei trotz Schmerzen gut geht. Wenn Kinder in der Wehenpause zu Ihnen ans Bett kommen, können sie sich
davon überzeugen, dass es Ihnen gut geht. Zum Thema Geburt gibt es kindgerechte Bücher, die Sie vorher vorlesen können, damit das Kind weiß, was passiert. - Sicherlich wissen Sie instinktiv, in welchem Zimmer Ihr Kind zur Welt kommen soll. Richten Sie dieses Zimmer gemütlich und wohlig ein. Sie müssen sich hier wohl fühlen und entspannen können! Ihr Partner
wird sich damit abfinden müssen, dass er in diesem Zimmer für einige Tage bei der Gestaltung kein Mitspracherecht hat. Nach der Geburt kann man alles wieder in den ursprünglichen Zustand verwandeln. - Das Bett sollte von beiden Seiten zugänglich sein. Ein Tisch neben dem Bett ist nötig für die Utensilien der Hebamme. In greifbarer Nähe brauchen Sie Handtücher, Waschlappen, eine Schüssel, Getränke, Massageöl und was Sie persönlich gerne in Ihrem Umfeld sehen möchten.
- Ist der Fußboden mit Teppich ausgelegt, kann es sinnvoll sein, ihn mit Folie abzudecken.
- Organisieren Sie einen Heizstrahler.
- Vergessen Sie auf keinen Fall einen Fotoapparat im Geburtsraum, den Sie gut sichtbar platzieren. Nach der überstandenen Geburt noch den Fotoapparat suchen zu müssen, zerrt unnötig an den Nerven. Und schließlich brauchen Sie die Fotos als Beweis, wie wundervoll und harmonisch die Hausgeburt verlaufen ist.
Bildquelle: © Kobold-knopf81 – Fotolia.com
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