Kinder sollen Bücher lesen
Es ist für die Eltern oft gar nicht so einfach, ihre Schützlinge beim Spielen auch mal zum Lesen eines Buches zu bewegen. Wenn die Kinder noch klein sind, dann setzten sie sich gern zusammen mit Mutter oder Vater hin und lassen sich vorlesen. Aber, wenn es darum geht, selbst ein Buch zu lesen, nimmt die Begeisterung für das Druck-Erzeugnis oft ab. Viele Kinder lesen auch lieber im Internet als in einem gedruckten Buch.
Bücher lesen strukturiert das Gehirn
Maryanne Wolf, Professorin für kindliche Entwicklung an der Universität Bosten, erklärt, dass das Lesen von Büchern wichtig für die Entwicklung des Gehirnes ist. Denn beim Lesen würden Hirnareale angesprochen und verknüpft, die bei anderen Dingen oft unberührt bleiben. „Wenn wir ein Buch lesen, formt sich das Gehirn um. Es verbinden sich Hirnareale, die genetisch für unterschiedliche Zwecke programmiert sind, etwa das Sehen, Hören, Sprachverstehen oder für motorische Fähigkeiten. So entstehen aus vorher getrennten, unabhängig voneinander arbeitenden Nervenzellen völlig neue Strukturen“, sagt sie. Weiterhin macht das Lesen von Büchern emotional reicher, weil man schnell Gefühle zulassen kann. Ebenso wird natürlich auch die Sprache der Kinder erweitert. Sie lernen neue Vokabeln und vergrößern ihr Wissen über Satzbau und Grammatik.
Können digitale Medien das auch?
Unklar ist, ob so genannte E-Books das Gleiche leisten können. Das schnelle Lesen von Inhalten aus dem Internet kann das nicht – denn man geht dabei nicht in die Tiefe, huscht nur schnell über die Meldungen drüber. Richtige Bücher, die man auf Tablets liest, könnten hingegen eher das Gehirn fördern. Das untersucht das Team um Maryanne Wolf gerade an der Universität Bosten. Fest steht: Für die Entwicklung von Kindern ist es essenziell, das Gehirn zu fordern und zu fördern. Und das Lesen eines Buches kann diese Leistung erbringen. Als Eltern sollte man deshalb hin und wieder sein Kind dazu ermutigen, ein Buch in die Hand zu nehmen.
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