Macht starker Zuckerkonsum gewalttätig?

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11/11/2011

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Eine aktuelle Studie aus den USA hat Verbindungen zwischen dem Konsum von zuckerhaltigen Softdrinks und Gewalttätigkeit hergestellt. Je mehr Softdrinks Jugendliche trinken, desto gewaltbereiter scheinen sie zu sein. Befragt wurden bei der Untersuchung fast 1.900 Jugendliche aus der Stadt Boston zwischen 14 und 18 Jahren, da in der Bostoner Innenstadt die Kriminalitätsrate relativ hoch ist. Die Jugendlichen, die an der Umfrage teilnahmen, waren überwiegend Latein-Amerikaner oder Schwarze. Neben der Frage nach der Menge der Softdrinks, die sie zu sich nehmen, wurden auch Fragen nach Nikotin- und Alkoholkonsum sowie dem Tragen einer Waffe und der Gewaltbereitschaft gestellt. Auch das familiäre Umfeld der Jugendlichen wurde berücksichtigt.

“Es war erschreckend für uns, als wir feststellten, wie klar die Verbindung war.”

Zucker erhöht Gewaltbereitschaft

Bei dieser Umfrage kam heraus, dass Jugendliche, die mehr zucker- und kohlensäurehaltige Softdrinks zu sich nehmen, gewalttätiger sind als jene, die nur über einen geringen Konsum berichten. Der Konsum von Softdrinks muss dabei nicht einmal außergewöhnlich hoch sein. Bei den Jugendlichen, die etwa zwei Dosen täglich dieser Getränke zu sich nehmen, trug fast jeder zweite eine Waffe. Mehr als ein Viertel von ihnen hatte bereits in der Beziehung Gewalt ausgeübt, jeder zweite Gewalt an Personen im gleichen Alter. Anders sahen die Ergebnisse bei den Teenagern aus, die maximal eine Dose in der Woche tranken. Hier war nur jeder vierte Teenager im Besitz einer Waffe. Ein Drittel von ihnen Gewalttätige Kinder durch erhöhten Zuckerkonsumhatte Gewalt an einer gleichaltrigen Person ausgeübt, 15 Prozent innerhalb der Beziehung. Insgesamt konnte man sagen, dass bis zu 15 Prozent mehr Gewalttaten ausgeübt wurden, wenn die Jugendlichen mehr als fünf Dosen Softdrinks in der Woche zu sich nahmen.

 

Ernährung der Kinder überdenken

Fünf Dosen Softdrinks in der Woche sind nicht viel. Im Schnitt entspricht dies einer 1,5 Liter-Flasche, die ein Jugendlicher pro Woche trinkt – die meisten von ihnen trinken mehr. Im Zusammenhang mit Hyperaktivität haben einige Eltern bereits festgestellt, dass ihr Kind verstärkt auf Zucker mit Unruhe und Konzentrationsschwierigkeiten reagiert. Wenn sie den Zuckerkonsum ihrer Kinder stark einschränken, werden diese gelassener und ruhiger.

 Die Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen steigt auch hierzulande; ebenso unausgewogen ist die Ernährung von vielen Kindern. Softdrinks enthalten ebenso Zucker wie viele Fertigprodukte, von denen sich Kinder und Jugendliche heutzutage ernähren. Vielleicht hilft es Eltern, deren Kinder sich auffällig verhalten, einmal deren Ernährungsplan zu überdenken – und so den ersten Schritt in eine bessere Zukunft zu gehen.

 Insgesamt stieg die Gewalttätigkeit bei erhöhtem Konsum zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke um neun bis 15 Prozent, wobei Faktoren wie die Herkunft bereits mit berücksichtigt wurden. Jugendliche mit einem hohen Konsum von Softdrinks sind einer neuen Studie zufolge häufiger in Gewalttaten verwickelt. Diese “erschreckende” Verbindung fanden Wissenschaftler in den USA in einer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung heraus. Demnach waren junge Leute in der Innenstadt von Boston, die mehr als fünf Dosen kohlensäure- und zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke pro Woche Soft Drinks machen Jugendliche gewalttätiger - hoher Zuckerkonsumtranken, zwischen neun und 15 Prozent häufiger in gewalttätige Vorfälle verwickelt als ihre Altersgenossen, die weniger davon konsumierten. Nach Ansicht der Wissenschaftler muss nun noch genauer untersucht werden, ob der Konsum der Softdrinks das gewalttätige Verhalten auslöst.

David Hemenway, Professor an der Gesundheitsfakultät der Harvard-Universität, sprach von einer “engen Verbindung” zwischen dem Konsum der Softdrinks und der Gewalttätigkeit der Jugendlichen – “nicht nur ihresgleichen gegenüber, sondern auch gegenüber Beziehungspartnern und Geschwistern”.Im Gespräch sagte er: “Es war erschreckend für uns, als wir feststellten, wie klar die Verbindung war.”

Die Wissenschaftler verweisen auf frühere Studien, die einen ähnlichen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Alkohol oder Tabak und gewalttätigem Verhalten gefunden hatten. Mehrere Studien hatten zudem schon vorher eine Verbindung zwischen einem sehr hohen Zuckerkonsum und Problemen im Sozialverhalten hergestellt. Hemenway hob allerdings hervor, dass der Konsum von zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken möglicherweise nur ein Anzeichen sei für gewalttätiges Verhalten, für das es aber ganz andere Ursachen gebe.

 

Bildquelle Faust © st-fotograf – Fotolia.com
Bildquelle Softdrink © Elenathewise – Fotolia.com

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