Morbus Wilson – ein Chamäleon
Es gibt Erkrankungen, die im Kindesalter auftreten können, die nur schwer zu diagnostizieren sind, weil sie sich in vielfältiger Form und den unterschiedlichsten Symptomen darstellen können; ähnlich einem Chamäleon. Zu diesen Krankheiten zählt Morbus Wilson, die Kupferspeicherkrankheit.
Erkrankung im Kindesalter möglich
Morbus Wilson ist eine Erbkrankheit. Zirka jeder hundertste gesunde Mensch trägt die mutierte Form des Genes in sich und kann somit unter bestimmten Umständen zum Überträger dieser Krankheit an seine Kinder werden. Ist ein Elternteil an Morbus Wilson erkrankt, ist das Risiko für ein ungeborenes Kind 1:200, ebenfalls an der Kupferspeicherkrankheit zu erkranken; für Geschwister liegt das Risiko bei 1:4. In den meisten Fällen tritt die Kupferspeicherkrankheit erstmalig ab dem 20. Lebensjahr auf; es sind aber auch Erkrankungen im Kindesalter bekannt.
Symptome der Kupferspeicherkrankheit
Durch die Veränderung des Genes kommt es zu einer Erkrankung der Leber. Die Leberzellen sind nicht in der Lage, Kupfer ausreichend abzubauen, so dass es über die Galle abtransportiert und mit dem Stuhl ausgeschieden wird. Stattdessen lagert sich das Kupfer im Körper an. Je nachdem, welches Organ von den Ablagerungen besonders betroffen ist, treten spezifische Symptome auf. Da die Beschwerden sehr vielfältig sind, ist ein Morbus Wilson oft nur schwer zu diagnostizieren.
Die Leber ist als zentrales Organ dieser Krankheit meistens betroffen. Durch die chronische Schädigung kommt es bei unbehandeltem Verlauf zu einer Leberzirrhose, die sich erst spät bemerkbar macht. Müdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche und bestimmte Hauterscheinungen sind Beschwerden, die aufgrund der eingeschränkten Tätigkeit der Leber häufig auftreten. Möglich ist allerdings auch, dass sich die Leber durch einer sehr schwere und plötzlich auftretende Entzündung bemerkbar macht.
Psychische Beschwerden bei Morbus Wilson
Da das zentrale Nervensystem mit Gehirn und Rückenmark ebenfalls oft von Kupferablagerungen betroffen ist, zeigen sich auch hier zahlreiche Beschwerden. Diese reichen von ruckartigen, unwillkürlichen Zuckungen von Armen oder Beinen, Krämpfen, Sprachstörungen, Schluckauf, epileptischen Anfällen bis hin zu verminderter Intelligenz, Depressionen oder Psychosen.
Wird bei einem Kind aufgrund von unklaren Symptomen ein Blutbild erstellt, bei dem erhöhte Leberwerte festgestellt werden, sollte man daher durch weitere Untersuchungen Morbus Wilson ausschließen.
Weiterführende Informationen findet Ihr unter anderem auch hier:
http://www.morbus-wilson.de/ – Morbus Wilson e.V.
Bildquelle: Kayser Fleischer Ring:
http://www.leberhilfe.org/


