Schröder fordert mehr Zeit für Familien
Es ist immer ein Dilemma: Arbeitet man viel und verdient gutes Geld für die Familie oder widmet man ihr lieber mehr Zeit, unternimmt Ausflüge etc.? Eines ist klar: Ohne Einkommen kann man die Familie nur schlecht durchbringen. Hartz IV sollte immer nur eine Notlösung sein – und die meisten wollen ja auch arbeiten.
Zeit für die Familie ist wichtig
Normalerweise ist es kein Problem, Familie und Beruf unter einem Hut zu bringen – vorausgesetzt man erzieht seine Kinder gemeinsam. Ist man aber alleinerziehend, ist das eine sehr große Herausforderung. Die gemeinsame Zeit mit den Kindern ist oft sehr knapp, wenn man arbeitet. Oft müssen Kindertagesstätten oder die Großeltern für die Betreuung sorgen. Familienministerin Schröder weist darauf hin, dass zu wenig Zeit mit der Familie verbracht wird. Sie sagt: „Zeit ist die Leitwährung unserer Familienpolitik. Eltern brauchen Zeit, um ihre Kinder ins Leben zu begleiten, und sie brauchen Zeit, wenn Angehörige Unterstützung benötigen oder pflegebedürftig werden.” Die Statistik bestätigt wie Familienministerin: 63 Prozent der Väter und 37 Prozent der Mütter mit minderjährigen Kindern können sich aus Zeitgründen zu wenig um ihre Schützlinge kümmern. Das ergab eine Umfrage.
Arbeitsstrukturen und Zeitmanagement müssen besser organisiert werden
Schröder macht deutlich, dass die Strukturen der Arbeitswelt oft nicht damit vereinbar seien, zu arbeiten und gleichzeitig Zeit mit der Familie verbringen zu können. Hier wünscht sie sich weitere Fortschritte, wie beispielsweise mehr Teilzeitstellen. Das Zeitmanagement in den Familien müsse sich ihrer Ansicht zudem nach verbessern. Ältere Generationen sollen beispielsweise mehr einbezogen werden. Sind keine Großeltern da, könne man auch auf den Bundesfreiwilligendienst zurückgreifen – hier können sich nämlich auch ältere Menschen engagieren.
Der Chef des Sachverständigenrats Gregor Thüsing fordert von den Gesellschaften, dass sie bei ihren Verhandlungen mehr Rücksicht auf Familienbelange nehmen sollten. Der Deutsche Gewerkschaftsbund meint, man müsse die Arbeitszeiten anders organisieren. „Überstunden und eine Kultur der Dauerpräsenz bestimmen den Alltag der Beschäftigten”, sagt Vizechefin Ingrid Sehrbrock.
Letztendlich muss natürlich jeder selbst seine Prioritäten setzten. Will er mehr arbeiten oder Zeit mit der Familie verbringen? Natürlich ist diese Entscheidung nicht immer nur vom eigenen Wunsch abhängig. Zieht man die Kinder aber zu zweit auf und arbeiten beide Partner, dann kann man sich vielleicht überlegen, ob man vielleicht kürzer treten möchte.

