Rangeleien, zu denen es beim Spielen und Toben kommt, gibt es überall, gerade im Kindesalter. Die Kleinen m essen ihre Kräfte und testen ihre Grenzen aus, soweit ist das nicht ungewöhnlich. Alarmierend ist es jedoch, wenn aus dem Toben und Rangeln richtige Gewalt wird, bei nicht alle gleichberechtigt miteinander ein wenig raufen, sonder sich ein Kind oder eine Gruppe innerhalb des Spielkreises profilieren möchte und gewalttätig gegenüber den Kameraden wird. Leider ist das keine Seltenheit, bereits im Kindergarten gibt es diese Gruppenstärksten, die versuchen, schwächere oder kleinere Kinder zu drangsalieren. Oftmals rücken die gequälten Kinder jedoch nicht mit der Sprache raus, sie wollen keine Petzen sein oder schämen sich dafür, dass sie verprügelt werden. Das Wichtigste, was dann geschehen sollte, ist, das Selbstbewusstsein des Kindes zu stärken.
Was tun, wenn das eigene Kind verprügelt wird?
Ist das Kind, wenn es vom Kindergarten oder der Schule nach Hause kommt, auffällig still oder tauchen plötzliche blaue Flecke oder andere kleine Verletzungen auf, von denen die Kinder nicht erklären wollen, wie sie entstanden sind, so kann das ein eindeutiger Hinweis darauf sein, dass der oder die Kleine von Gruppen- oder Klassenkameraden drangsaliert und/oder verprügelt wird. Bewahrheitet sich der Verdacht, sollten dem Kind keine Vorwürfe à la „Warum bist du nicht zum Lehrer gegangen?“ gemacht werden. Man sollte es stattdessen trösten und ihm Mut machen, sich in Zukunft (verbal) zu wehren.
Zu Hause können gemeinsam verschiedene Strategien durchgesprochen und erprobt werden. Zum Beispiel kann das angegriffene Kind mit Mutter oder Vater Situationen durchspielen, in denen es übt, den Angreifern verbal den Wind aus den Segeln zu nehmen. Dabei kann es beispielsweise die Motivation der Raufbolde mit Sätzen wie etwa „Warum machst du das?“ oder „Was habe ich dir getan?“ hinterfragen. Die Angreifer rechnen nicht damit, dass sie überhaupt Widerworte erhalten – und vor allem nicht, die mit Stärke und Selbstbewusstsein ausgesprochen werden. Zudem kann der Lehrer oder die Kindergärtnerin zu einem Gespräch gebeten werden. Sie sollte nicht das eigene Kind beschützen, sonst steht es als „Heulsuse“ da und bietet erneut eine Angriffsfläche. Viel mehr sollten die Erzieher die Raufenbolde im Auge behalten – wenigstens für die Zeit, in der die Kinder sich in Schule und Kindergarten befinden.
